Netzdienlichkeit: Flexibilität als Schlüssel zur Netzstabilität
Die Digitalisierung des Energiesystems erfordert eine klare Definition von "Netzdienlichkeit".
Der Begriff Netzdienlichkeit beschreibt die Fähigkeit von Anlagen wie Verbrauchern, Erzeugern oder Speichern, ihre Leistung flexibel zu steuern, um das Stromnetz stabil und effizient zu betreiben. Im Gegensatz zur Netzverträglichkeit, die sich auf die grundlegende Eignung einer Anlage für den Netzanschluss beschränkt, umfasst Netzdienlichkeit aktive Maßnahmen zur Unterstützung des Stromnetzes.
Ein erweiterter Begriff ist die Systemdienlichkeit, die über die lokale Netzebene hinausgeht und die gesamte Stromversorgung im Blick hat. Während netzdienliche Maßnahmen vor allem auf die Vermeidung lokaler Engpässe abzielen, trägt Systemdienlichkeit dazu bei, das übergeordnete Stromsystem zu stabilisieren – beispielsweise durch die Bereitstellung von Regelleistung oder die Unterstützung der Frequenzhaltung.
Die klare Abgrenzung und Definition dieser Begriffe sind entscheidend, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und gezielte Maßnahmen für eine nachhaltige und sichere Stromversorgung umzusetzen.
Quelle: Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE), Was ist Netzdienlichkeit?, 2021
Autoren:Yannic Schulze (FfE), Mathias Müller (FfE), Sebastian Faller (FfE), Wolfgang Duschl (Bayernwerk Netz GmbH), Dr. Frank Wirtz (Bayernwerk Netz GmbH)